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      Protisten in Symbiosen
 
 

The swapped symbiont

 
 

Molekulare Identifizierung von symbiontischen Dinoflagellaten in Nudibranchia (Mollusca)

 
 

Prof'in Dr. Gela Preisfeld
Dipl. Biol. Sabrina Bleidißel, Doktorandin

 
 

 

   
  Die Nudibranchia werden auf Grund ihrer mannigfaltigen Formen und Farben auch als “Schmetterlinge der Meere“ bezeichnet. Sie sind die größte Gruppe der Ophistobranchia und beinhalten mehr als 2000 bzw. bis zu 5000 Arten. Der Name Nudibranchia bedeutet auch Nacktkiemer und lässt sich auf das Fehlen der Mantelhöhle zurückführen. Ein weiteres Kennzeichen ist der Verlust der Schale während der Entwicklung.
  Sie sind in allen Weltmeeren zu finden, hauptsächlich im küstennahen Flachwasser. Bis auf eine Art im Baikalsee Anylodoris, vergleiche Grzimeks Tierleben, sind sie ausschließlich marin. Nur wenige Arten dringen bis ins Brackwasser vor. An dieser Stelle sei erwähnt, das die Monophylie der Nudibranchia weiterhin umstritten ist.
  Die Nudibranchia lassen sich in mehrere Gruppen unterteilen, von denen eine, die Aeolidoidea, im Interesse dieser Arbeit steht. Die Aeolidoidea sind wie die anderen Nudibranchia, eine hochspezialisierte Gruppe. Sie besitzen keine echten Kiemen, sondern haben andere Strukturen für die Atmung entwickelt. Auf Grund ihrer langen Forstsätze auf dem Rücken, welche als respiratorisches Organ dienen, werden sie als “Fadenschnecken“ bezeichnet. Die Fortsätze werden auch Cerata genannt (Abbildung 1 und 2). In diese Cerata zieht jeweils ein langer Ast der Mitteldarmdrüse, welcher am distalen Ende in einen Cnidosack mündet. Beim Cnidosack handelt es sich um eine sackförmige Struktur, in welcher funktionsfähige Cniden gespeichert werden. Die Cniden werden mit der Nahrung aufgenommen und eingelagert. Bei Gefahr oder Angriff durch einen Feind sind sie in der Lage diese Cniden zu ihrer eigenen Verteidigung einzusetzen. Sie strecken dem Feind ihre fadenartigen Anhänge, welche bei Gefahr abgeworfen werden können, entgegen. Dann entlädt sich der Cnidosack und die explodierenden Cniden nesseln den Angreifer. Bis heute ist der Mechanismus dieser Entladung nicht geklärt.
 

Abbildung 1: Flabellina ischitana

Abbildung 2: Flabellina babai
  Außerdem gibt es auch Vermutungen darüber, das der Cnidosack innerhalb der Aeolidoidea, beispielsweise bei Phyllodesmium, nicht zur Verteidigung dient. Die Phyllodesmium Arten zeichnen sich durch eine kryptische Körperform aus, welche einen Schutz gegen Feinde bietet.
Einige Gattungen der Aeolidoidea lagern Zooxanthellen ein, mit denen sie symbiotische Beziehungen eingehen. Dabei profitieren die Aeolidoidea von der photosynthetischen Aktivität der Zooxanthellen.
In der Promotion soll die Symbiose zwischen den zooxanthellaten Aeolidoidea und ihren Symbionten näher untersucht werden. Da die Aeolidoidea die Symbionten aus ihrer Nahrung bekommen, ist es ein erstes Ziel, die Symbionten in den Futterorganismen, wie auch in den Aeolidoidea selber zu identifizieren.