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Unterhaltung - eine Frage des Niveaus! Neue Inhalte für den Deutschunterricht und ihre mediale Bearbeitung
DozentIn: Prof. Dr. W. Ingendahl (Germanistik)
Veranstaltungsart: Hauptseminar Regelmäßige Veranstaltung
Beginn: 18.10.1906
Zeit: Mittwoch wöchentlich 10:00 bis 12:00 Uhr
Raum: T-10.07

„Gute Zeiten“ für den Deutschunterricht? Grönemeyer statt Fontane? Edutainment statt Bildung und Erziehung? Sicher vorschnelle Schlagworte. Wir Unterrichtsprofis wissen: Ob Unterhaltung Gegenstand und Modus unseres Unterrichts sein könnte, hängt vor allem von unserer eigenen Einstellung zur populären Kultur und Kunst ab. Halten wir Unterhaltsames tatsächlich für bildungswirksam, ja für bildungsnotwendig?
Da müssen wir ansetzen: Was verstehen wir unter Popkultur? Wieso soll sie für Bildungsprozesse nicht geeignet sein? Wie legitimieren wir unsere Wertsysteme?
„Mehr Demokratie wagen“ hieß es in der Reformära der 70er, und die Aufforderung steht noch. Sie schließt die Frage nach der Zukunft der populären Künste ein. Ihre Möglichkeiten sind längst nicht ausgeschöpft. (...) Hat unsere Gesellschaft die Aufgabe wirklich angenommen, investiert sie genügend Kreativität und Phantasie in ihre populäre Kultur? Deren Geschichte, so möchte man hoffen, hat gerade erst begonnen. An Grenzen, die zur Überwindung reizen, wird es auch künftig nicht mangeln.“ schreibt der Kulturwissenschaftler Kaspar Maase in seiner Kulturgeschichte des „Grenzenlosen Vergnügens“. Haben Schulen und Hochschulen gerade davor Angst?
In den letzten Jahren haben wir uns intensiv damit auseinandergesetzt, welche neuen Impulse wir aus den Angeboten der Popkultur für unsere schulischen Aufgaben gewinnen können. Inzwischen sind exemplarische Unterrichtseinheiten für alle Schulstufen entstanden, die auch den Schülern ein neues Verhältnis zur gesamten Kultur eröffnen.
Für dieses Seminar sind folgende Schwerpunkte geplant; sie werden an Beispielen aus allen Medien bearbeitet:
• „Unterhaltung“: wissenschaftliche Annäherungen an ein bunten Begriff
• didaktische Konzepte zur Rechtfertigung populärer Kultur im Unterricht
• die reichhaltige Tradition eines „Übergangsmediums“: Kitsch, Triviales,
Comics, Volksbücher, Literaturverfilmungen, Kinder- und Jugendliteratur ...
• eine Rezeptionsästhetik (Jauß) zur Fundierung unterrichtlicher Arbeit mit der ganzen Palette faszinierender kultureller Angebote
• „Unterhaltend ist nicht ein Werk, sondern was man daraus machen kann.“
• Sichtung und Kritik vorliegender Unterrichtseinheiten
• eigene Unterrichtsentwürfe für alle Schulstufen