Bergische Universität Wuppertal
Fachbereich A: Geistes- und Kulturwissenschaften
Germanistik

 

Kunst und Erinnerung
Memoriale Konzepte in der Erzählliteratur des Mittelalters
Herausgegeben von Ulrich Ernst und Klaus Ridder
Köln 2003 (Ordo, Bd. 8),
ISBN-Nr. 3-412-09902-3, € 34,90, 325 S.


Das »kulturelle Gedächtnis« ist das große Thema der letzten Jahre, insbesondere in der Geschichtswissenschaft. Die mediävistische Literaturwissenschaft diskutiert derzeit intensiv die Bedeutung des »Körper-Gedächtnisses« für die Produktion und Rezeption der volkssprachlichen mittelalterlichen Literatur. Beziehungen von modernen Gedächtnis- und Imaginationskonzepten zu Literarisierungsstrategien des Erkennens, Erinnerns und Vergessens in Texten unterschiedlicher mittelalterlicher Gattungen sind bisher kaum untersucht. Diese Perspektiven werden hier zum einen auf der Ebene von literarischen Strukturen, Episoden, Motiven und Symbolen in einzelnen Werken verfolgt, zum ande-ren auf Gattungen und Texttypen ausgeweitet. Sowohl die ästhetische Spezifik des Einzelwerkes als auch der größere literar-historische Zusammenhang kommen so in den Blick. Der Band bietet Beiträge zur lateinischen Ars memorativa, zur Chanson de geste und zum Antikenroman, zur Heldenepik und zum höfischen Roman, zur Hagiographie und theologischen Anthropologie sowie zur autobiographischen Kindheitserinnerung.

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