Bergische
Universität Wuppertal
Fachbereich
A: Geistes- und Kulturwissenschaften
Germanistik
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Hundezungen
heilen Wunden: Nicht zuletzt
aufgrund dieser medizinischen
Funktion war die Zunge
der Hunde in der älteren
Literatur oft Metapher
für die Sprache der
Menschen. Vor allem die
Hunde, die nach dem Evangelium
die Wunden des armen Lazarus
leckten, konnten auf das
tröstende (,heilende‘)
Sprechen von Predigern
und Beichtvätern
bezogen werden. Ein Gegenbild
dazu ließ sich im
Bellen und Beißen
finden, wenn es um Tadel
und Mahnung (etwa Ketzern
gegenüber) ging.
Sah man von der Heilwirkung
des Hundeleckens ab, dann
wurde meist die ,hündische‘
Schmeichelei kritisiert:
eine der traditionellen
,Sünden der Zunge‘.
Mit dieser Bedeutungsambivalenz
der Hundezunge problematisiert
ein spätes Gedicht
Heines (,Jehuda ben Halevy‘)
die Leistungen der (modernen)
Poesie. |
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