| 
Uni Wuppertal
Fachbereiche
Fachbereich
Physik
Adresse
Suche
unsere Mitarbeiter
Aufbau der Materie
Die
4 fundamentalen Kräfte
Das
Standard Modell
Kosmologie
Experimentelle
Methoden
Glossar
|
Wechselwirkungen: So verschieden, und doch so gleich!
Auf den ersten Blick scheinen die verschiedenen Wechselwirkungen
sehr unterschiedlich zu sein. Dennoch folgen sie alle aus einer einfachen
und mathematisch eleganten Annahme, nämlich der sog. lokalen
Eichinvarianz.
Unter
der Invarianz bzw. Symmetrie eines Objektes versteht man, dass die Anwendung
bestimmter Operationen dieses Objekt nicht verändert.
Einfachstes Beispiel ist eine symmetrische geometrische Figur, wie etwa
ein Dreieck. Die Rotation um die in der Abbildung
angedeuteten Winkel lässt dieses Objekt
unverändert. Diese "Rotationinvarianz" ist jedoch
ein Beispiel für eine globale Symmetrie, da alle Punkte
der geometrischen Figur gleichzeitig (und um den selben Winkel) rotiert
werden. Unter einer lokalen Symmetrie versteht man, dass die
Operation (in unserem Bsp. die Rotation) an jedem Punkt unabhängig
ist.
Es ist schwierig sich ein geometrische Objekt vorzustellen,
dass eine solche Symmetrie besitzt. Bildlich gesprochen bewirkt z. Bsp.
eine Rotation um verschiedene Winkel an verschiedenen Punkten eine Verzerrung
und Stauchung der geometrischen Figur. Die Symmetrie kann nur dann bestehen,
wenn diese "Kräfte" durch etwas kompensiert werden. Dies
ist aber im Kern genau die Idee der Eichtheorien. Die Symmetrieoperationen
wirken hier natürlich
nicht auf geometrische Objekte, sondern auf den mathematischen
Beschreibungen der Elementarteilchen. Aber tatsächlich
handelt es sich um verallgemeinerte Rotationen, die an jedem Raum-Zeit-Punkt
unabhängig (d. h. lokal) sind. Die dadurch auftretenden
Verzerrungs-Effekte werden durch die Kräfte des Standard Modells
kompensiert, wobei der Unterschied zwischen den Wechselwirkungen in
der
Invarianz unter verschiedenen Klassen von Symmetrieoperationen (sog. Eichgruppen)
besteht.
|
|
| Ornament, Theben um 1200 v. Chr. |
|
| Rosette der Kirche Santa Katarina in Pisa |
Letzten
Endes beruhen die Grundkräfte also auf Invarianz und Symmetrie-Prinzipien.
Diese sind zwar abstrakter realisiert als etwa die Symmetrie des Ornaments
(linke Abb. Theben um 1200 v.Chr.) oder des Kirchenfensters (rechte Abb.,
Santa Katarina in Pisa), aber sie besitzen für den Naturwissenschaftler
die selbe Schönheit.
zurück
WWW-Administrator
Letzte Änderung:
Juli 16, 2004
|