Master Mathematik
Wer erfolgreich sein Bachelorstudium hinter sich gebracht hat und noch tiefer in die Welt der Mathematik eintauchen möchte, kann sich den
Abschluss "Master of Science" erarbeiten - das Gegenstück zum früheren Diplom-Mathematiker. Doch wer darf überhaupt Master-Student werden und was erwartet mich in
diesem Studiengang? Hier gibt es die Antworten.
Unter welchen Voraussetzungen darf ich überhaupt den Master studieren?
Da der Master ein aufbauender Studiengang ist, muss natürlich erstmal eine Vorqualifikation vorliegen, nämlich ein
abgeschlossenes Bachelorstudium mit der Mindestnote 3,0, idealerweise der Bachelor Mathematik oder
ein vergleichbarer Abschluss. Zum anderen muss ein
bestandener GRE-Test (Graduate Record Examination Subject Test) vorliegen, den man bei vielen Uni-externen Lehrinstituten
ablegen kann. Schließlich entscheidet noch eine
30 minütige, mündliche Aufnahmeprüfung, die zeigen soll, dass man die Grundlagen für das Masterstudium beherrscht über den möglichen Beginn
des Master-Studiengangs. Der Prüfungsausschuss Mathematik entscheidet hierüber.
Wie ist der Master-Studiengang aufgebaut?
Ähnlich wie man es aus dem Bachelorsystem kennt, gilt es auch beim Master eine bestimmte Zahl an Leistungspunkten zu erwerben, diesmal sind es
120 LPs. Die Regelstudienzeit
beträgt hierfür noch einmal vier Semester. Den größten Teil dieser LPs, nämlich 54-57 LPs, hat man dabei in seinem
Schwerpunktfach zu erwerben, also
dem Bereich der Mathematik, auf den man sich spezialisieren möchte und aus dem letztlich auch das Thema der Abschlussarbeit (Master-Thesis) sein wird, die selbst schon 30 LPs der oben
genannten 54-57 LPs einbringt.
Welche mathematischen Bereiche kann ich als Schwerpunkt für den Master wählen?
Momentan kann man sich in fünf verschiedenen Bereichen spezialisieren. Wer dabei eher an der reinen, theoretischen Mathematik seine Freude hat, kann seinen
Schwerpunkt auf
Analysis und Geometrie,
Algebra oder
Topologie setzen. Wer sich eher in angewandter Mathematik spezialisieren möchte, kann dies in
den Bereichen
Wirtschaftsmathematik oder
Numerical Analysis and Algorithms tun. Egal welches dieser Fächer man auch als Schwerpunkt wählt,
man hat stets drei Lehrveranstaltungen zu besuchen, die im speziellen alle noch einmal in der
Prüfungsordnung Master nachzulesen sind.
Welche Veranstaltungen muss ich außerdem noch belegen?
Neben dem Schwerpunktfach und der abschließenden Masterthesis gibt es noch vier weitere Leistungsbereiche, in denen man eine bestimmte Zahl von
Leistungspunkten erwerben muss. Eine kurze Übersicht soll folgen, Details gibt es auch hier in der
Prüfungsordnung Master.
Im
Erweiterungsbereich Mathematik sollen 18-27 LPs erworben werden. In diesem Bereich lassen sich zwei oder drei Veranstaltungen belegen, zu denen
die
mathematische Logik zwingend gehört, die anderen kann man sich aus dem abwechslungsreichen Angebot aller mathematischer Veranstaltungen heraussuchen. Ziel dieses Bereiches ist,
dass der Studierende neben seinem Schwerpunkt eben auch in andere mathematische Bereiche hereinblickt.
Im
Ergänzungsbereich sollen ebenfalls 18-27 LPs in zwei oder drei Veranstaltungen erworben werden. Belegt man hier also drei Veranstaltungen,
benötigt man im Erweiterungsbereich Mathematik nur zwei und umgekehrt. Dieser Bereich ist einfach die Fortsetzung des
Nebenfachs und umfasst somit
weiterführende Veranstaltungen der Informatik, der Physik und anderer Nebenfachsbereiche.
Im Bereich
wissenschaftliches Arbeiten muss man 9-12 LPs durch Seminare erwerben, also durch Veranstaltungen, in denen man sich selbst ein kleines
mathematische Thema erarbeiten und vor dem Kurs präsentieren muss. Zwingend zählen zu diesem Bereich
ein Hauptseminar,
ein Oberseminar - und für alle
die mit
Schwerpunkt Wirtschaftsmathematik: Ein Praktikum.
Schließlich muss man noch durch den Bereich
Zusatzqualifikationen 6-12 LPs erwerben. Die Prüfungsordnung erkennt hierfür verschiedenste Sachen an, z.B.
innerhalb der Uni erworbene
Sprachen, Teilnahme an
Grundzüge des Gründungsmanagements, Veranstaltungen der
praktischen Informatik oder
ein
Industriepraktikum.
Wie werden die Scheine und Leistungspunkte erworben?
Wie man an seine Scheine für die Veranstaltungen kommt, hängt wie immer vom jeweiligen Dozenten ab, es ist jedoch bei den
Veranstaltungen des Masters deutlich häufiger der Fall, dass sie durch eine
halbstündige mündliche Prüfung erworben werden - bei einer Reihe
von Veranstaltungen ist diese Mündlichkeit sogar Pflicht. Nur noch selten schreibt man also während des Masterstudiengangs eine
Klausur.
Wie funktioniert das mit der Master-Thesis?
Sobald man
60 LPs erreicht hat, kann man sich von einem Professor seines Schwerpunktbereiches eine Master-Thesis stellen lassen, also eine mathematische Arbeit,
die man eigenständig anzugehen hat von der ersten Recherche bis hin zu möglichen Programmierarbeiten, um die Ergebnisse zu präsentieren. Für
die Master-Thesis hat man
sechs Monate Zeit, nach dieser Frist und der Abgabe der Arbeit wird sie durch zwei Prüfer benotet und stellt schließlich einen
großen Teil für die Abschlussnote auf der Master-Urkunde.
So endet dann im Regelfall das Mathematikstudium. Viel Erfolg euch dabei in jeder Hinsicht!