Bachlor für die Erstis und Zweitis

Bachelor für Erst-Semester (und die die's werden wollen)

Du kannst dich für Mathematik begeistern und möchtest dich für Sie gerne als Studienfach einschreiben? Vielleicht bist du schon eingeschrieben und fieberst deinem ersten Semester entgegen? In diesen Fällen hast du sicherlich viele Fragen, wie so ein Studium überhaupt abläuft und was du vor allem zu Beginn zu beachten hast. Hier haben wir für dich eine ganze Menge an Infos.

Bachelor - Was ist das überhaupt?

Wie du vielleicht mitbekommen hast, gibt es so etwas wie den Diplom-Mathematiker seit einigen Jahren nicht mehr als Studiengang, heute heißen die Abschlüsse Bachelor und Master und entsprechend sieht auch das Studium etwas anders aus. Ganz grob lässt sich sagen, Bachelor und Master sind das, was früher das Vordiplom nach dem Grundstudium und das "echte" Diplom nach dem Hauptstudium waren. Eine erfolgreiche Mathematiker-Karriere bis zum Master zerfällt also in zwei Teile - der Teil des Bachelorstudiums dauert dabei im Regelfall 6 Semester. Doch erstmal geht's für dich ja um die Anfänge des Bachelor und somit um die wichtige Jagd nach Leistungspunkten.

Was sind Leistungspunkte (LP) und wie viele benötige ich?

Vom ersten Studientag an bis zu deiner Bachelorurkunde musst du insgesamt 180 Leistungspunkte erwerben. Jeder Veranstaltung oder Vorlesung der Mathematik ist mit einer festen Anzahl an LPs ausgestattet, z.B. erhält man durch das Bestehen der Erstsemesterveranstaltung "Analysis 1" neun LPs. Natürlich sind die 180 LPs in Bereiche eingeteilt, angefangen von 54 LPs für den Grundlagenbereich des Studiums bis letztlich zu 15 LPs für deine Abschlussarbeit am Ende des Studiums, genannt "Bachelor-Thesis". In diesen Kapiteln hier wollen wir uns nur um die Grundlagen kümmern, für eine Übersicht aller weiteren Leistungspunkte springe bitte in den Bereich "Bachelor für Fortgeschrittene".

Was ist der Grundlagenbereich meines Studiums?

Der Grundlagenbereich des Bachelor-Studiums Mathematik umfasst sechs verschiedene Veranstaltungen, genannt "Module". Diese sechs Module sind standardmäßig diejenigen, die jeder Bachelorstudent in den ersten zwei (oder drei) Semestern seines Studiums hört - und bestenfalls auch besteht. Die sechs Veranstaltungen sind Analysis 1, Analysis 2, Analysis 3, Lineare Algebra 1, Lineare Algebra 2 und "Grundzüge der Informatik und Programmierung". Jede dieser sechs Veranstaltungen bringt einem neun LPs ein, so dass man zusammen auf die oben angesprochenen 54 LPs kommt.

Wie "bestehe" ich ein Modul und erhalte meinen Leistungsnachweis?

Um die Leistungspunkte aus einem Modul mitzunehmen, reicht leider nicht das bloße Sitzen in der Vorlesung, sondern du braucht einen Leistungsnachweis. Diesen erwirbt man im Regelfall am Ende der Veranstaltung durch eine Klausur, seltener und je nach Professor und Fach auch durch eine mündliche Prüfung oder eine Hausarbeit. Bei manchen Dozenten muss man auch während des Semesters sich regelmäßig an Übungen beteiligen und Übungszettel lösen, um zu der abschließenden Klausur zugelassen zu werden. Besteht man letztlich die Klausur (mündliche Prüfung etc.), erhält man vom Prüfungsamt darüber einen Leistungsnachweis und hat sich so wieder ein paar LPs sichern können - das Studienende rückt so Schritt für Schritt näher. Die Klausuren findet im Regelfall in der letzten Semesterwoche oder zu Beginn der Semesterferien statt - dies alles entscheidet der jeweilige Dozent. Und für jede Veranstaltung gibt es dann auch wenige Wochen später eine "zweite Chance" - die Nachklausur.

Was muss ich denn also jetzt im ersten Semester alles machen?

Üblicherweise fängt ein Bachelor-Student mit den drei Veranstaltungen Analysis 1, Lineare Algebra 1 und "Grundzüge der Informatik und Programmierung" an. Jede der Veranstaltungen beinhaltet vier Vorlesungsstunden, wo der Professor euch den neuen Stoff beibringt, sowie jeweils zwei Stunden Übung und zwei Stunden Tutorium. In der Übung werden von den Dozenten ausgearbeitete (Haus-)Aufgaben besprochen und durchgerechnet, deren Lösen wie erwähnt manchmal Voraussetzung dafür ist, überhaupt an der Abschlussklausur teilzunehmen. Das Tutorium hingegen ist als offene Fragestunde gedacht, wo man Probleme mit dem Stoff noch einmal mit einem Übungsgruppenleiter besprechen kann und manches mehr. Im ersten Semester hat man also im Normalfall 24 Semesterwochenstunden, hinzu kommt die Zeit zu Hause, wo man Übungszettel zu lösen hat und den Vorlesungsstoff noch einmal aufbereiten sollte. Und mit etwas Glück hat man am Ende des ersten Semesters schon drei Scheine und 27 LPs sammeln können.

Wo, wann, wie finde ich Veranstaltungen, Professoren, Hörsäle...?

Wer sich vor jedem Semester informieren will, welche Veranstaltungen von welchem Dozenten wann und wo abgehalten werden, kann dazu einen Blick ins WUSEL werfen, dem digitalen Vorlesungsverzeichnis der Uni.
Wer vor Ort die Uni und ihre Orte und Menschen kennenlernen möchte, kommt dafür am besten zur Einführungswoche des FSR Mathe. Hier erklären euch die Mitglieder des FSR Mathe und andere Studenten, wie es so zugeht im Studentenleben, wo sich was befindet und vieles mehr. Also auf jeden Fall persönlich an den ersten Tagen eines Semesters vorbeischauen und alle Fragen den Menschen stellen, die dort sind.

Wie gehts schließlich weiter im zweiten Semester?

Sollte ein Leistungsnachweis im ersten Semester nicht geklappt haben, macht es natürlich Sinn, die Veranstaltung zu wiederholen, da ihr jeden der erwähnten Nachweise ja auf jeden Fall braucht. Sollte alles schon im ersten Anlauf geklappt haben, könnt ihr mit Analysis 2 und Linearer Algebra 2 weitermachen. Und natürlich auch schon mit anderen Veranstaltungen, die euch zu eurem Bachelor-Titel hinführen werden - welche Bereiche es da alles zu belegen gilt, findet ihr unter."Bachelor für Fortgeschrittene".