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Bezugnehmend auf das Generalthema möchte
ich kurz die Bedeutung des Begriffs "Gestalt" erläutern:
wenn unsereins eine Krawatte trägt, bringen wir damit unser Bewußtsein
zum Ausdruck, daß wir zwar nicht wie so viele Intellektuelle, Künstler
oder Wissenschaftler den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts
zum Opfer gefallen sind, daß aber der Galgenstrick - eben die Hanfkrawatte
- allgegenwärtig war. Die Krawatte mahnt
auf diese Weise selbst Parteifunktionäre, Hitler-Bonzen oder Stalin-Agenten,
daß auch Henker sterben können. Zweitens weist uns die Krawatte
die Richtung, die unser Leben bestimmt: wie ein Pfeil zeigt sie nicht nur
auf das Zentrum unserer Männlichkeit, sondern stets auch auf den Boden,
auf den Staub, aus dem wir wurden und zu dem wir wieder werden. Die definitiven
Ziele unseres Lebens und Arbeitens gewinnen in der Krawatte "Gestalt".
Zunächst erscheint es vielleicht etwas
absonderlich, über das Deutschsein des Deutschen Designs zu sprechen
- so als redete man von Schönsein oder Dummsein, Sein oder Nicht-sein
- jedoch kann man dies tun etwa in Analogie zu einem Vortrag des berühmten
Kollegen Nikolaus Pevsner, den er ebenfalls in Aspen gehalten hat, und zwar
über "the Englishness of English Art". So scheint es nicht
nur eine typisch deutsche Narrheit zu sein, sich mit dem "Deutschsein"
zu beschäftigen, sich zu überlegen, was das überhaupt ist.
Nicht zuletzt diskutierte Leonard Bernstein eine ähnliche Frage mit
seinem action teaching "was ist das Amerikanische an der Amerikanischen
Musik?", so daß wir Bernstein und Pevsner als Paten dieser Thematik
beschwören können. |
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