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![]() "Gut achtzig Jahre nach der Gründung und etwas mehr als fünfundsechzig Jahre nach der Schliessung des Bauhauses ist für Peter Jenny die Übernahme einzelner Unterrichtskonzepte oder Lehrgänge dieser (Kunstschule der Moderne) ebenso undenkbar, wie ihm die von Nachrufen begleiteten Begräbniszeremonien der so genannten Grundlehre unangebracht erscheinen. Vielmehr kommt es ihm auf den entschiedenen Versuch einer Neubestimmung und Neukonzeption der Grundlagen der bildnerischen Gestaltung an. [ ... ] Indem er über den Tellerrand fachlicher Spezialisierung hinausblickt, zielt sein Unterricht auf den <ganzen Menschen> und dabei insbesondere auf eine möglichst umfassende Entfaltung seiner schöpferischen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Mit dem Leitbild des (homo totus) aktualisiert er ein bildungsgeschichtlich traditionsreiches Ideal, das sich bis auf Platon zurückführen lässt und für das gerade in einer Zeit fortschreitender funktionaler Differenzierungen und damit einer Partialisierung von Lebenszusammenhängen gute Gründe sprechen. [ ... ] Jenny begreift den Dilettantismus als Chance zur spielerischen, akademisch unbelasteten und damit innovationsträchtigen Entfaltung kreativer Energien. Schon lange vor Johan Huizingas Konstruktion des kulturstiftenden <homo ludens) hatte Friedrich Schiller die fundamentale anthropologische Bedeutung des Spielerischen erkannt, als er formulierte, dass <der Mensch erst da ganz Mensch [sei], wo er spielt>. [ ... ] (Dilettantisch) ist eine derartige Herangehensweise in doppelter Hinsicht: Sie ist geeignet, zu (ergötzen) (so der ursprüngliche Wortsinn), Lust zu erzeugen beziehungsweise (Spass zu machen), was im Lehr- oder Lernprozess unter Motivationsaspekten von grösster Wichtigkeit ist, und sie bedient sich nicht der üblichen (professionellen> Mittel und Methoden der Realisation. Genau darin liegt aber die Chance, experirnentierend zu neuen bildnerischen Erfahrungen (und Erfindungen) zu gelangen, die Fantasie anzuregen und unter Umständen ganz nebenbei reizvolle ästhetische Gebilde hervorzubringen.» Rainer K. Wick Der im Glarnerland wohnhafte Gestaltungslehrer Peter Jenny gehört zu den bedeutendsten Pädagogen in seinem Fach. Seit 1969 ist er in der Lehre tätig, 1977 wurde er als Professor für gestalterische Grundlagen an die ETH in Zürich berufen. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen und belegt seine pädagogische Forschung in vielen Ausstellungen in Europa und den USA. |
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