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1 SeniorInnenstudium

SeniorInnen studieren an deutschen Hochschulen in wachsender Zahl aus Lust an Bildung und Lernen und stellen damit den Stereotyp infrage, der Bildung mit Jugend verbindet. 55 Hochschulen bieten derzeit ein SeniorInnenstudium an, wobei die Angebote variieren zwischen der Öffnung von einzelnen Lehrveranstaltungen, von eigenen an die Hochschulen angegliederten Universitäten des Dritten Lebensalter in Form von Vereinen (z.B. in Frankfurt) bis zu strukturierten Studienangeboten mit Abschluss. Die weit verbreitete integrierte Struktur impliziert auch die Intergenerationalität des deutschen SeniorInnenstudiums zwischen älteren Studierenden und jüngeren Regelstudierenden mit ihren besonderen Möglichkeiten.

Die Bergische Universität Wuppertal bietet ein inhaltlich strukturiertes Weiterbildungsstudium mit einem Zertifikatsabschluss an. Es entstand 1987 auf Intiative der damaligen Gasthörerin Renate Braun-Schmitz aus Solingen, die dann auch zu den ersten Studierenden und Absolventinnen gehörte. Sie hatte an einem internationalen Workshop in Dortmund teilgenommen und die Idee eines besonderen GasthörerInnenstudiums über das normale Angebot hinaus an Soziologieprofessoren im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften herangetragen, die diese Initiative aufgriffen, eine Vorbereitungskommission gründeten und Renate Braun-Schmitz daran beteiligten. Auf der Basis der Sondierung der damals vorliegenden Modelle wurde explizit die integrierte, strukturierte Studienform beschlossen, die den vorhandenen Studiengängen ähnelt, nur kürzer und ohne Regelabschluss ist, aber auch nicht an die allgemeine Hochschulreife als Regelgangsvoraussetzung geknüpft ist.